Zu HP-Viren

Beinahe jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit den Humanen Papillomviren (HPV), die in über 150 verschiedene Typen eingeteilt werden. Etliche HPV-Typen werden bei normalem Hautkontakt, andere beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.

Abhängig vom Virustyp kann eine Infektion folgenlos verheilen, bei manchen Menschen jedoch auch dauerhaft nachweisbar bleiben und zu schweren Krankheitsbildern führen. Die HP-Viren infizieren Epithelzellen der Haut und der Schleimhäute. Je nach HPV-Typ werden unterschiedliche Krankheiten verursacht. Bestimmte HPV-Typen führen zur Bildung von Warzen am Ort der Infektion (Genitalwarzen, Anuswarzen…). Andere HPV-Typen (z.B. HPV 16 und 18) können jedoch auch bösartige Tumore wie z.B. Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) bei Frauen hervorrufen. Diese Hochrisiko-HPV-Typen sind auch verantwortlich für die Entstehung von Tumoren an u.a. Vulva, Scheide, Anus, Penis, Mund oder Rachen.

Mit jährlich 500.000 Neuerkrankungen ist Gebärmutterhalskrebs die zweithäufigste Krebserkrankung in der weiblichen weltweiten Population und mit 350.000 Todesfällen die zweithäufigste tumorbedingte Todesursache bei Frauen weltweit. Laut den aktuellsten Daten des Robert-Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister erkranken in Deutschland ca. 4660 Menschen jährlich an Gebärmutterhalskrebs (132 in der Metropolregion Rhein-Neckar), die Prognose für 2014 beträgt 4600 Neuerkrankungen. Rund 1600 Frauen sterben jährlich an den Folgen des Zervixkarzinoms in Deutschland (45 in der Metropolregion Rhein-Neckar). Gebärmutterhalskrebs liegt damit in Deutschland auf Rang vier der Frauen betreffenden Krebserkrankungen und ist der dritthäufigste Krebstod bei Frauen unter 60 Jahren. Trotz bestehender Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen zählt Deutschland zu den europäischen Ländern mit den höchsten Neuerkrankungsraten (9,3/100.000) und einer immer noch hohen Mortalitätsrate (2,5/100.000)

Leider herrscht über diesen durch Medizin-Nobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen entdeckten Zusammenhang immer noch eine erschreckende Unaufgeklärtheit oder Gleichgültigkeit.

Pyramide

Quelle: HPV-bedingte Erkrankungen bei Männern und Frauen (nach Hartwig et al. 2012, BMC Cancer 2012)