Projektbeschreibung

Das HPV-Impfprojekt startete 2015 an sechs Pilotschulen im Kreis Bergstraße, Südhessen. Das langfristige Ziel des Projektes ist eine Verdopplung der HPV-Impfrate innerhalb der nächsten 10 Jahre in Deutschland. Das würde allein in der Rhein-Neckar-Region rund 200 Leben retten, 600 Krebsneuerkrankungen verhindern und mehr als 10.000 Operationen vermeiden.

Die Leistungen des Projektteams basieren auf den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut. Die Kommission ist bei Ärzten, Krankenkassen und Fachverbänden gleichermaßen anerkannt und empfiehlt seit 2014 die Impfung für alle Mädchen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren. Da die Mädchen recht jung sind, reichen zwei Impfungen im Abstand von einem halben Jahr aus, um wirksam vor Gebärmutterhalskrebs schützen zu können.

Aus diesem Grund setzt das Modellprojekt bei Grundschülerinnen in der 4. Klasse an. Hierbei handelt es sich um ein freiwilliges Angebot. Die Eltern entscheiden gemeinsam mit ihren Töchtern, ob sie die Impfung durchführen lassen möchten. Als Alternative zur Schulimpfung wird im Rahmen von Informationsmaterialien und Elternabenden auf die Möglichkeit der Impfung innerhalb einer Arztpraxis hingewiesen.

Umfassende Information der Eltern und freiwillige Impftage
Bei Elternabenden zu Beginn des neuen Schuljahres informieren Fachärzte ausführlich über die Impfung und beantworten alle Fragen zur Wirksamkeit und möglichen Risiken. Über die Informationsabende hinaus wird eine telefonische Impfberatung durch das Gesundheitsamt Kreis Bergstraße angeboten. Interessierte Eltern können ihre Töchter anschließend an einem Impftag in der Schule von einem der beteiligten Ärzte impfen lassen. Vorgesehen sind zwei Impftermine: Die erste Impfdosis wird im November verabreicht, die zweite folgt sechs Monate später im Mai. Sollte das Kind an diesen Terminen nicht gesund und damit nicht impffähig sein, kann die Impfung in einer Arztpraxis nachgeholt werden.

Dr. Claus Köster, Vereinspräsident des Gesundheitsnetz Rhein-Neckar e.V.:
Je früher die Impfung erfolgt, desto besser ist der Schutz, da das Immunsystem in jungen Jahren besonders gut auf die HPV-Impfung anspricht. Die Impftage sind ein Angebot. Wir möchten Eltern die Gelegenheit geben, ihre Kinder wirkungsvoll vor einer schweren Krankheit zu schützen. Jeder kann und sollte frei entscheiden, ob er dieses Angebot in Anspruch nimmt“.